Literaturtipps für den Sommer

Owen Matthews: Moskau Babylon, Ullstein TB, 10€

Der junge Londoner PR-Experte Roman Lambert kommt Anfang der 90er Jahre nach Moskau und wird Teil einer Community von Westlern, die im chaotischen Russland der vor-Putin-Zeit auf der Jagd nach dem großen Geld sind. Matthews erzählt spannend von Mord, Alkohol und anderen Ausschweifungen in einer fast herrschaftsfreien Zeit.

 

 

Thomas Hettche: Der Fall Arbogast, KiWi, 14€

 

Im Jahr 1955 wird im Borgward-Coupe des Handelsverteters Hans Arbogast die Anhalterin Marie Gurth ermordet aufgefunden. Arbogast beteuert hartnäckig seine Unschuld, wird aber dennoch in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt. In einem spektakuären Wiederaufnahmeverfahren wird er Jahre später freigesprochen. Die große Kunst Hettches besteht darin, daß den Leser das wohlige Gefühl, die Gerechtigkeit habe ihren Lauf genommen, schnell wieder verläßt.

 

 

Miljenko Jergovic: Die unerhörte Geschichte meiner Familie, Schöffling & Co., 34€

 

Die zerrissene Geschichte Jugoslawiens und die daraus folgenden Kriege sind das Lebensthema des großen kroatischen Autors Miljenko Jergivic. Von der Geschichte und der buntscheckigen Herkunft seiner Vorfahren erzählt er in diesem Roman und meint eigentlich seine Heimat.

 

 

Alaa Al-Aswani: Der Automobilclub von Kairo, Fischer TB, 12.99€

 

Ende der 40er Jahre ist der Kairoer Automobilclub der gesellschaftliche Mittelpunkt der englischen Kolonialherren. In seinem Roman erzählt Al-Aswani von blasierten Briten, kollaborierenden Paschas und dem Personal, das den Club am Laufen hält – und natürlich von den unausweichlichen Konflikten.

 

 

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh, Rowohlt TB, 10.99€

 

Die (wahre) Geschichte des Fritz Honka, der zum Frauenmörder wird, lakonisch erzählt von Heinz Strunk und angesiedelt in der gleichnamigen, legendären Hamburger Spelunke. Ein faszinierender Blick in menschliche Abgründe.

 

Paul Auster: 4 3 2 1, Rowohlt, 29.95€

 

In vier verschiedenen Versionen lässt Paul Auster seinen Helden Archie Ferguson durch Kindheit und Jugend stolpern und zeigt auf spannende Weise, wie kleine Begebenheiten komplette Schicksale verändern können. Ein beeindruckendes Werk und ein lohnendes Projekt für die Sommerferien.

 

 

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen, btb, 20€

 

Der Überraschungsbestseller aus Norwegen. Drei bewegende Familiengeschichten in drei Jahrhunderten – verbunden mit der Geschichte der Bienen.

 

 

Victor Klemperer: Warum soll man nicht auf bessere Zeiten hoffen – Ein Leben in Briefen, Aufbau Verlag, 28€

 

Klemperers Briefe eröffnen einen neuen Blick auf ein halbes Jahrhundert deutscher Geschichte und auf das Leben eines Mannes, der nicht müde wurde für seine Überzeugungen einzutreten.

 

Sigrid Damm: Sommerregen der Liebe – Goethe und Frau von Stein, Insel Verlag, 12€

 

Sigrid Damm leuchtet die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Liebe zu der sieben Jahre älteren Frau aus. Sie erzählt von Alltagsnähe, Heiterkeit, ihre Spannungen, ihrem Glück und den Ursachen des letzlich tragischen Scheiterns.

 

 

Blau Weiss Rot – Frankreich erzählt, DTV, 16.90€

 

Wie vielfältig Frankreich ist – davon erzählen mehr als 40 Autoren unseres Nachbarlandes. Unterhaltsam und selbstkritisch, klassisch und modern, frech und nachdenklich. Ein kleiner, feiner Ausblick auf das diesjährige Gastland der Frankfurter Buchmesse.

 

 

Angharad Price : Das Leben der Rebecca Jones, DTV, 9.90 €

 

Die Lebensgeschichte einer Frau in der Stille eines walisischen Tals. Angharad Price lässt in ihrem Roman das Leben und die grandiose Natur des ländlichen Wales im 20.Jahrhundert auferstehen.

 

Dörte Hansen: Altes Land, Penguin Verlag, 10€

 

Mit scharfem Blick und trockenem Humor erzählt Dörte Hansen von zwei Frauen, die sich fremd fühlen und überraschend finden, was sie nie gesucht haben – eine Familie.

 

Anton Tschechow: In der Sommerfrische, Marixverlag , 6€

 

In seinen Kurzgeschichten vermag Tschechow Momentaufnahmen aus dem Leben seiner Helden so eindrücklich und lebhaft darzustellen, daß der Leser sich ohne sich zu versehen, ins Russland des späten 19.Jahrhunderts versetzt sieht.