Kinder

Sie finden bei uns Bücher aller Art für Kinder jeden Alters. Obendrein erwartet Sie eine bunte Auswahl an kleinen Geschenkideen von A wie Ausmalbuch bis Z wie Zappelblume.

 

Unsere Empfehlungen zum Thema „Body Positivity/Körperaktzeptanz“

Wenn schon 7-Jährige daran zweifeln, nicht „hübsch“ genug zu sein oder Heranwachsende mit den Veränderungen ihres Körpers hadern, dann ist es Zeit für Bücher, die vermitteln: „Jeder sieht anders aus und das ist total gut so!“

 

Überall Popos

In „Überall Popos“ (Klett Kinderbuch, 2020) erzählt Annika Leone für Kindergartenkinder (ab 4 ) von einem unverkrampften Umgang mit Nacktheit und hat keine Angst vor „peinlichen“ Fragen.

Alle haben einen Po

Sowohl in Anna Fiskes „Alle haben einen Po“ ( ab 4, Hanser, 2019) wie auch in „Wie siehst du denn aus?“ von Sonja Eismann ( ab 10, Beltz, 2020) erfahren Kinder herrlich schnörkellos von der Verschiedenartigkeit menschlicher Körper und deren Besonderheiten.

Nicht mehr wegzudenken aus der Kindersachbuchlandschaft zum Thema Aufklärung ist der großartige Block ( ja, mit ck!!) „Klär mich auf“ von Katharina von Gathen, welche mit „Klär mich weiter auf“ ( Klett Kinderbuch, 2018) den Erfolgstitel fortführt.
Dort werden neugierigen Grundschülern ab 8 brennende Fragen beantwortet. Die großartige Anke Kuhl hatte sichtlich Spaß beim Illustrieren.

Das jeder gut so ist, wie er ist, vermitteln auch unsere Lesetipps zum Thema „Transgender“:

Julian ist eine Meerjungfrau

Im Bilderbuch „Julian ist eine Meerjungfrau“ von Jessica Love (Knesebeck, 2020) verwandelt sich ein kleiner Junge in eine strahlende Schönheit.

Der Katze ist es ganz egal“, dass Leo einen neuen Namen hat und jetzt Jennifer heißt. Das finden viele, aber nicht alle völlig normal. Im Buch von Franz Orghandl (Klett Kinderbuch, 2020, ab 9) begleiten wir sie/ihn ein Stück auf dem Weg der Selbstfindung. Die originellen Bilder dazu kommen von Theresa Strozyk.

Nah dran am inneren Gefühlssturm ist auch Alex Gino mit „George“ (Fischer, 2019, ab 10). Dieses Buch erzählt einfühlsam und unprätentiös vom Anderssein, von Träumen und Wünschen und macht Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ein Kinderroman zum Thema Transgender, der auch ältere Leser fesseln wird und der die Botschaft vermittelt: Sei, wer du bist!

Queer Heroes (dt.)

Das man mit diesem Thema nicht allein ist, zeigt auch der Band „Queer Heroes“ von Arabelle Sicardi (Prestel, 2020, 20€), in dem 53 Vorreiter quer durch alle Epochen aus  der Kunst und des Lebens vorgestellt werden. Ganz im Stil der „Rebell Girls“ und der „Boys who dare to be different“…

 

 

Die besten 7 Bücher für junge Leser – Die Deutschlandfunk-Bestsellerliste

Einmal im Monat veröffentlicht der Deutschlandfunk eine Liste der sieben besten Bücher für junge Leser, ausgewählt von einer hochrangig besetzten Jury.

 

Die sieben Bücher des Monats Juli sind

1. Micha Friemel und Jacky Gleich (Illustration): „Lulu in der Mitte“, Hanser Verlag, 32 Seiten, 14€, ab 4 Jahren

Micha Friemel und Jacky Gleich (Illustration): "Lulu in der Mitte" (Hanser Verlag)(Hanser Verlag)

Lulus großer Bruder ist ein toller Erfinder. Lulus kleine Schwester finden alle niedlich. Und Lulu? Findet irgendjemand toll, was sie macht? Kann irgendjemand auch mal sie trösten? Lulu reicht’s. Sie macht ihren Eltern klar, dass sie ja wohl die goldene Mitte der Familie ist. Ein fröhlich-ernstes Bilderbuch über Sandwichkinder.

2. Jessica Love: „Julian ist eine Meerjungfrau“, aus dem Englischen von Tatjana Kröll, Knesebeck Verlag, 32 Seiten, 13€, ab 4 Jahren

Jessica Love: "Julian ist eine Meerjungfrau" (Knesebeck Verlag)

(Knesebeck Verlag)

Auf der Heimfahrt in der U-Bahn sieht Julian drei als Meerjungfrauen verkleidete Frauen mit bunten, aufgetürmten Haaren und schillernden Gewändern. Er ist überwältigt und kann an nichts anderes mehr denken. Zuhause verkleidet sich mit einem Vorhang und Farnblättern selbst als Nixe. Wie überrascht seine Großmutter ist, ihn so zu sehen. Sie führt ihn an einen Ort, an dem Julian genau richtig ist. Ein farbgewaltiges Bilderbuch über Individualität, Diversität und Vielfalt!

3. Rose Lagercrantz und Eva Eriksson (Illustration): „So glücklich wie noch nie?“, aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Moritz Verlag, 228 Seiten, 12.95€,      ab 7 Jahren

Rose Lagercrantz und Eva Eriksson (Illustration): "So glücklich wie noch nie?" (Moritz Verlag) (Moritz Verlag)

Endlich! Dunnes Papa und Wanda werden heiraten. Dunne träumt von einer Prinzessinnenhochzeit, bei der sie und Ella Frida Blumen streuen. Doch Papa und Wanda wollen in Rom feiern, ganz klein und ohne Ella Frida. Aus der kleinen Feier wird plötzlich ein rauschendes Fest mit der ganzen italienischen Familie. Aber Dunne denkt nur an Ella Frida. So als würde sie ahnen, dass Ella Frida auf der Sommerinsel in großen Schwierigkeiten steckt. Eine neue warmherzige Freundinnengeschichte.

4. Roald Dahl und Pénélope Bagieu (Illustration): „Hexen hexen“, aus dem Französischen von Silv Bannenberg, Reprodukt Verlag, 304 Seiten, 24€, ab 6 Jahren

Roald Dahl und Pénélope Bagieu (Illustration): "Hexen hexen" (Reprodukt Verlag) (Reprodukt Verlag)

Echte Hexen sehen aus wie normale Frauen. Echte Hexen tragen immer Handschuhe wegen ihrer krummen Finger und Perücken auf ihren Glatzköpfen, und sie haben gezackte Nasenlöcher. Echte Hexen hassen Kinder und haben nur eines ihm Sinn: sie auszulöschen oder sie beispielsweise in Mäuse zu verwandeln. Das alles erzählt die Großmutter ihrem Enkel, um ihn zu warnen. Wie konnte das passieren, dass der Junge ausgerechnet während des Urlaubs mit Oma im Hotel in eine Hexen-Haupversammlung der Hexen Englands gerät und … entdeckt wird. Die hochwitzige und megaspannende Geschichte als furiose Comic-Adaption. Ein Spaß für alle Alter.

5. Holly-Jane Rahlens: „Das Rätsel von Ainsley Castle“, aus dem Englischen von Bettina Münch, Rowohlt Verlag, 320 Seiten, 15€, ab 11 Jahren

Holly-Jane Rahlens: "Das Rätsel von Ainsley Castle" (Rowohlt Verlag) (Rowohlt Verlag)

Lizzy wohnt an der schottischen Küste im Hotel Ainsley Castle, zusammen mit ihrem Vater und dessen neuer Frau. Lizzy, die sich mit der „Stiefmutter“ nicht besonders versteht, hat merkwürdige Erinnerungslücken und Schwindelanfälle. Plötzlich erhält sie E-Mails: Jemand scheint genau zu wissen, wie es ihr geht, was sie tut und – was sie denkt! Und dann taucht ein Mädchen auf, das Lizzy bis aufs Haar gleicht. Welches Spiel wird hier gespielt? Lizzy versucht dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

6. Jean-Claude Mourlevat und Antoine Ronzon (Illustration): „Jefferson“, aus dem Französischen von Edmund Jacoby, Verlagshaus Jacoby & Stuart, 222 Seiten, 15€, ab 8 Jahren

Jean-Claude Mourlevat und Antoine Rozon (Illustration): "Jefferson" (Verlagshaus Jacoby & Stuart) (Verlagshaus Jacoby & Stuart)

Der Igel Jefferson hat ein angenehmes Leben, und er ist ein wenig verliebt in die Nichte seines Friseurs, die ihm heute die Haare schneiden wird. Am Salon angekommen, findet er jedoch seinen Friseur, den Dachs, erstochen mit der eigenen Schere. Jefferson steht unter Tatverdacht und versucht – zusammen mit seinem besten Freund – die Mörder im benachbarten Menschenland aufzuspüren. Offensichtlich wurde der Dachs ermordet, weil er Tierrechteaktivist war. Plötzlich schweben Jefferson und sein Freund selbst in größter Gefahr. Ein spannender Krimi, reich bebildert.

7. Michael Sieben: „Das Jahr in der Box“, Carlsen Verlag, 254 Seiten, 16€, ab 13 Jahren

Michael Sieben: "Das Jahr in der Box" (Carlsen Verlag) (Carlsen Verlag)

Paul will nicht schon wieder weg, er will nicht aus Opas alter Villa ausziehen. Aber fast alle Kisten sind gepackt. Und nun sitzt er vor der Box, einer Kiste voller Erinnerungen: seine Superhelden-Story, die Kondome, das Messer – jeder Gegenstand bringt ihm die Ereignisse des letzten Jahres zurück. Das Jahr, in dem so einiges passierte, was sein Leben veränderte. Paul weiß, dass er der Vergangenheit nicht entfliehen kann. Ein Jugendroman über Mobbing, Freundschaft und Schuldgefühle.

 

Quelle: Deutschlandfunk

 

Lesetipps für 10-11 jährige

Katherine Applegate: Endling, dtv, 15.95€

Endling - Die Suche beginnt

Dalkin Byx ist vermutlich die letzte ihrer Art und mit der mutigen Khara, dem Fellknäuel Tobble und einem Riesenkater auf der Suche nach anderen Angehörigen.
Auf ihrer abenteuerlichen und gefahrvollen Reise durch das Land Nedarra kommt sie einem Geheimnis auf die Spur, das nicht nur sie, sondern alle Arten bedroht.

Spannende und episch erzählte „Gefährten-Queste“

 

„Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ von Enne Koens, Gerstenberg 2019, 15€

Ich bin Vincent und ich habe keine Angst

Als die Klassenfahrt näher rückt, bestückt der schüchterne und gemobbte Vincent sein Survival-Kit. Er kennt sich aus mit dem Überleben in der Wildnis und als die Situation eskaliert und er in den Wald flüchtet, findet ihn dort „die Jacke“.

Eine Geschichte über´s „Normal-Sein“, die Mut macht und auf spannende und gleichzeitig berührende Weise zeigt, welch eine Kraft die Freundschaft hat.

 

Tara und Tahnee – Verloren im Tal des Goldes von Patrick Hertweck, Thienemann, 15€, ab 10 Jahren

Tara und Tahnee

Sierra Nevada, 1856: Tahnee lebt mit ihrem Vater einsam und abgeschieden in einer Blockhütte im kalifornischen Hinterland. Als dieser eines Abends nicht von der Jagd heimkehrt, steht ein Fremder in der Tür und Tahnee stürzt sich kopfüber in ein Abenteuer. Mit ihren 11 Jahren ist sie auf der Flucht vor Kopfgeldjägern und muss innerhalb weniger Tage San Francisco erreichen, um ihren Vater zu retten.

Dort lebt Tara seit dem Tod der Mutter bei ihrem Großvater, überbehütet und nicht ahnend, dass ihrer beider Leben auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden sind.

Es ist lange her, dass ich solch einen spannenden Abenteuerroman in einer von der Kinderliteratur bisher weniger beachteteten Zeit und Gegend gelesen habe. Ich wünsche Tahnee viele Leser, die sie wie ich atemlos durch Eis und Schnee, sengende Hitze und reißende Flüsse begleiten!

Stefanie Friedrich

 

Frida Nilsson: Sasja und das Reich jenseits des Meeres, Gerstenberg Verlag, 20 Euro

Sasja wohnt mit seinen Eltern am Meer. Es könnte alles so schön sein, wenn nicht seine Mutter schwer krank wäre. Eines Nachts ist sie verschwunden – der Tod muß sie entführt haben, dessen ist sich Sasja sicher. Er entwendet das Ruderboot des Nachbarn und folgt dem Tod bis in sein Reich jenseits des Meeres. Sein Plan, den Tod zu überlisten und seine Mamazurückzuholen, ist kühn.

Doch er findet Freunde in dieser fremden, doch auch seltsam vertrauten Welt : Den gutmütigen Trine Tvefot, die mutige Prinzessin von Sparta und den nachdenklichen Höder von Harpyrien. Mit ihrer Hilfe steht Sasja, nach einer gefahrvollen und abenteuerlichen Reise, tatsächlich dem Tod gegenüber. Aber er ist ganz anders , als Sasja ihn sich vorgestellt hat…

Frida Nilsson hat eine fantasievolle Geschichte über den Tod geschrieben. Es geht gruselig, lustig, surreal und absurd zugleich zu. Ihr gelingt es gekonnt, Realismus, Fantastik, Abenteuer und Jenseitsreise zu verbinden. Ebenso wie in dem Vorgängerbuch „Siri und die Eismeerpiraten“ erweist sich ein Kind als konsequenter, mutiger und beharrlicher als die  Erwachsenen.

Diese großartige Parabel über Leben und Tod ist für Kinder ab 10 Jahren empfohlen – aber auch für jeden erwachsenen Leser ein Gewinn.

Christine Polak

Dirk Reinhardt: Über die Berge und über das Meer, Gerstenberg, 14.95€

Jedes Jahr im Frühling wartet Soraya auf ihren Freund Tarek, der mit seinem Nomadenstamm an ihrem afghanischen Bergdorf vorbeizieht. Doch in diesem Jahr ist alles anders.

Als siebte Tochter ist sie einem alten Brauch zufolge als Junge aufgewachsen, konnte sich frei bewegen und zur Schule gehen. Inzwischen hat sie das Alter erreicht, wo sie wieder als Mädchen leben sollte, in der Stille des Hauses. Die Taliban drängen unmissverständlich darauf und haben auch Tereks Familie bedroht.

Beide sehen keinen anderen Ausweg und machen sich unabhängig voneinander auf den Weg in die Fremde. Sie fliehen über die Berge und das Meer, getragen von der Hoffnung, sich eines Tages wiederzusehen.

Nach seinem erfolgreichen Jugendroman „Train Kids“, wo er sehr spannend und aufwühlend über die gefährliche Reise auf Güterzügen quer durch Mexiko erzählt, ist Dirk Reinhardt erneut ein atmosphärischer Roman von Abschied und Aufbruch gelungen, der noch lange nachklingt.

Stefanie Friedrich

Axel Rühle: Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst, illustriert von A. Scheffler, dtv, 12.95€

Als Paul nach den Sommerferien nach Hause kommt, traut er seinen Augen nicht: Im Türschloss der Altbauwohnung wohnt ein echtes Schlossgespenst! Um Geheimhaltung bemüht, was wegen der

Flausen im Kindskopf des Gespensterfreundes schwierig ist, schmieden beide einen Plan: Zippel braucht ein neues Zuhause, da das alte Türschloss bald ausgetauscht werden soll.

Mit allerlei Sprachwitz und Spannung ist Axel Rühle ein wunderbar humorvolles, lebendiges Kinderbuch gelungen, welches mit den Bildern von Axel Scheffler zum großartigen Vorlesevergnügen auch für die „Awachsanen“ wird.

Ein lustiger gruselfreier Lesespaß für alle ab 6!

Stefanie Friedrich

Karen M. McManus: One of us is lying, cbt, 18€

Das Buch „One of us is lying“ von Karen M. McManus erzählt die Geschichte von vier Jugendlichen, die unter Mordverdacht an einem anderen Mitschüler stehen.

Eines Tages werden Bronwyn, Addy, Nate, Cooper und Simon zum Nachsitzen gerufen. Alle aus dem gleichen Grund: in ihren Schultaschen wurden verbotenerweise Handys gefunden. Die Schüler beteuern zwar, es wären nicht ihre gewesen, fügen sich aber ihrer Strafe. Kurze Zeit später, nachdem Simon etwas getrunken hat, erleidet er einen Allergieschock. Die vier anderen Jugendlichen bemühen sich schnell Hilfe zu holen. Doch die lebensrettenden Epi-Pens (Allergiegegenmittel) sind unauffindbar. Simon verstirbt noch am gleichen Tag im Krankenhaus.

Nun ermittelt die Polizei wegen Mordes gegen die vier Jugendlichen, von denen einer Erdnussöl in das Getränk seines Mitschülers gemischt haben soll.

Simon hatte eine App entwickelt, auf der Schüler bloßgestellt und zum Gespött der Schule gemacht wurden. Da die vier Hauptfiguren die Nächsten gewesen wären, von denen ein Geheimnis gepostet werden sollte, hätte jeder ein Mordmotiv gehabt. Die „Bayview-four“, wie sie nun von der Presse genannt werden, fangen an selbst zu ermitteln, um ihre Unschuld zu beweisen. Dabei freunden sich die ungleichen Jugendlichen immer mehr an.

Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der „Bayview-four“ erzählt und bleibt dadurch die ganze Zeit spannend. Bis zum Ende fragt man sich, wer der Mörder ist und ob die Annschuldigungen gegen eine der Hauptfiguren stimmen könnten.

Ich würde das Buch jedem Jugendlichen empfehlen, denn das Buch ist nicht nur ein Krimi, sondern beschreibt sehr gut die typischen und auch untypischen Probleme von Teenagern.

Die Charakterentwicklung der Hauptfiguren ist extrem spannend, was das Buch noch lesenswerter macht. Viel Freude beim Lesen eines spannenden, witzigen und dramatischen Krimis!

Amelie Köhler

Frida Nilsson, Siri und die Eismeerpiraten, Gerstenberg Verlag, 14.95 €

Der Piratenkapitän Weißhaupt ist der gefährlichste Mann des ganzen Eismeers: Alle schlottern vor Angst, schon bei der Erwähnung seines Namens, aber kaum einer ist ihm schon begegnet.

Von Weißhaupt weiß man, daß er von der Beute seiner Raubzüge alles seinen Mitpiraten überläßt. Nur kleine Kinder, die beansprucht er für sich und zwar für harte Arbeit in einem ihm gehörenden geheimnisvollen Bergwerk.

Siri ist die Heldin des Romans von Frida Nilsson. Sie wohnt mit ihrem Vater und ihrer Schwester Miki auf der Eismeerinsel Blauwieck. Eines Morgens fahren Siri und Miki zum Beerensammeln auf die Nachbarinsel Eisenapfel und es ist nur ein Moment der Unachtsamkeit und Siris Schwester ist verschwunden. Am Horizont sieht man Kapitän Weißhaupts Schiff, die Schneerabe.

Als Siri verzweifelt in ihr Dorf zurückkehrt, findet sich niemand, der Manns genug ist, um es mit den Piraten aufzunehmen und Miki zu befreien. Nur Siri hat genug Mumm in den Knochen und sie macht sich alleine auf, ihre Schwester zu finden. Glücklicherweise bleibt sie nicht lange allein, denn sie trifft Fredrik, der auch eine Rechnung mit Weißhaupt offen hat. Nach glaublichen und unglaublichen Abenteuern gelingt es Siri und Fredrik, in das Piratenlager einzudringen, Weißhaupt zu besiegen und neben Miki auch all die anderen geraubten Kinder zu befreien.

Der schwedischen Autorin Frida Nisson ist ein spannender Abenteuerroman um ein kleines Mädchen gelungen, das es mit dem Meer, den Stürmen und starken Männern aufnimmt.

Empfohlen ab 10 Jahren.

Christian Bahnsen

Kirsten Boie: Ein Sommer in Sommerby, Oetinger, 14€

Die Geschwister Marthe, Mats und Mikkel müssen unerwartet ihre Ferien ohne ihre Eltern bei ihrer Oma an der Ostsee verbringen. Es ist ein Notbehelf, denn wegen familiärer Zwistigkeiten kennen die drei ihre Großmutter kaum.

Überhaupt ist die alte Dame, so scheint es, etwas seltsam: Sie lebt etwas abgeschieden in einem alten Haus direkt am Meer und hat mit ihren Nachbarn keinen Kontakt. Für die Geschwister geradezu schrecklich ist der Umstand, daß kein sie Telefon hat und an High-Speed Internet oder wLan ist nicht einmal zu denken ist. Zudem ist sie knorrig und resolut und es braucht eine Weile bis die Enkel und die Oma sich aneinander gewöhnen. Als dann aber ein fieser Immobilienhai ein Auge auf das traumhaft am Meer gelegene Grundstück wirft, und versucht mit unlauteren Mitteln die Oma zum Verkauf zu bewegen, sind die Kinder ganz vorn dabei, diesen Typen in die Flucht zu schlagen. Klar, daß nun alle endgültig zueinander finden.

Kirsten Boie hat ein wunderbares Buch für Kinder ab 10 Jahren geschrieben – nicht nur für die Sommerferien an der Ostsee.

Christian Bahnsen

Die Mississippi-Bande“ von Davide Morosinotto, Thienemann Verlag, 2017, 14.99€

Der wilde Te Trois, der schlaue Eddie, die schöne Julie und der kleine Tit wachsen um 1900 im ländlichen Louisiana mitten im Mississippi-Delta auf. Als sie beim Angeln eine verbeulte Blechdose mit drei Dollar (ein Vermögen zu dieser Zeit!) finden, beschließen sie, etwas aus dem verlockenden Versandhauskatalog zu bestellen.

Als das ersehnte Päckchen eintrifft, ist die Überraschung groß: Darin liegt eine kaputte Taschenuhr, welche sich jedoch schon bald als überaus wertvoll herausstellt.

Mit einem zwielichtigen Vertreter auf den Fersen beginnt eine turbulente und gefahrvolle Reise per Schaufelraddampfer und als blinde Passagiere im Güterzug durch die halbe USA bis nach Chicago, wo ein großzügiger Finderlohn lockt…

Dieser spannende Kinderkrimi mit seinen originellen Illustrationen ist zugleich auch eine stimmungsvolle Abenteuergeschichte in bester Tom-Saywer-Tradition für Mädchen und Jungen ab 10 Jahren.

Dringend empfohlen von Stefanie Friedrich.